Vom 14. bis zum 16. Juni 2019 trafen sich zum zweiten Mal in diesem Jahr die Teilnehmer des Programms ¡Adentro!® in Königswinter. Insgesamt nahmen 45 Personen aus verschiedenen Regionen Deutschlands und aus Belgien, Referenten miteinbegriffen, an den Kursen und Arbeitsgruppen des Seminars teil. Die Teilnehmer hatten Gelegenheit je nach ihren Interessen, sich in Themen über die Gesundheit, das Wohlergehen älterer Menschen als auch in juristischen Themen zu bilden.

Das Programm ¡Adentro!® ist ein gemeinschaftliches Projekt der Spanischen Weiterbildungsakademie e.V. – AEF, des Bundes Spanischer Elternvereine in der Bundesrepublik Deutschland e.V., des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und wird von der Stiftung Fundació Privada Can Gelabert, dem Referat Bildung der Spanischsprachigen Katholischen Mission in Deutschland und der Generaldirektion für Migration unterstützt.

¡Adentro!® ermöglicht, sich als soziokultureller Animateure/in im Bereich der Alten(Selbst‑)hilfe aus- und fortzubilden mit dem Ziel, die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland zu fördern.

Kostenlose Teilnahme

Die Teilnahme an den Seminaren ist kostenlos und es werden die Reisekosten aller in Deutschland lebenden Teilnehmer rückerstattet, soweit das günstigste Transportmittel verwendet wird. In begründeten Fällen können Teilnehmer in finanzieller Notlage vor Ihrer Einschreibung die Organisatoren in schriftlicher Form um Reduzierung Ihrer Beiträge bitten.

Seminarbeginn

Die Organisatoren eröffneten am Freitagnachmittag mit der Begrüßung der Teilnehmer das Seminar. Herr Vicente Riesgo, Koordinator von ¡Adentro!®, stellte danach die Programmpunkte vor und erläuterte organisatorische Aspekte für den reibungslosen Ablauf des Seminars während der drei Tage. Anschließend konnten die Teilnehmer sich und ihre Vereine oder Arbeitsgruppen vorstellen.

Das Programm war intensiv. Bereits am Freitag fanden drei erste Arbeitsgruppen statt. Mit Ausnahme der neuen Teilnehmer,  die Vicente Riesgo, Theologe und Soziologe, in die Philosophie des ¡Adentro!®-Programms einführte, konnten die restlichen Teilnehmer an unterschiedlichen thematischen Arbeitsgruppen aktiv teilnehmen. Eine Gruppe leitete Eufemio Cascón, Mitbegründer des ¡Adentro!®-Programms. In ihr erläuterte er, wie positiv der Einfluss einer gesunden Ernährung auf das Gedächtnis wirkt.

Daniel Gil, Psychologe, erläuterte die Unterschiede zwischen Stress und Sehnsucht. Praktische Übungen halfen den Teilnehmern, zu entdecken, welche Möglichkeiten es im Alltag gibt, gegen Stress und Sehnsucht anzukommen.

Ein unterhaltsames Programm für einen langen Arbeitstag

Wie in jedem ¡Adentro!® Seminar begann der Samstag mit Seniorengymnastik oder alternativ mit Yoga, geleitet von Eufemio Cascón bzw. von Teresa Díaz Rivero.

Nach dem Frühstück und dem traditionellen Gedanken zum Tage wurden drei Arbeitsgruppen gebildet. Die von Vicente Riesgo geleitete Arbeitsgruppe  „Biografische Arbeit: Die Suche Seinerselbst“  ist Voraussetzung für die weitere Teilnahme am Programm. In diesem Workshop lernen die neuen Teilnehmer die wesentlichen Säulen des Programms: die Kommunikationskompetenz, die Gruppenarbeit, die Förderung der Gesundheit sowie sozio-kultureller Aktivitäten, die rechtliche Beratung und Arbeit in Netzwerken.

In einer weiteren Arbeitsgruppe wurde über die Formel für das Erlangen der Weisheit diskutiert. Daniel Gil betrachtete das Thema aus psychologischer und philosophischer Sicht und ermunterte die Anwesenden aktiv teilzunehmen. Es wurden bekannte Zitate von Persönlichkeiten, Schriftstellern und Philosophen erörtert und eigene Erfahrungen eingebracht.

Parallel erläuterte Frau Carmen Salinas, Psychologin und Juristin, wie man den Ruhestand vorbereiten kann, um ihn zu genießen. Den Teilnehmern wurde schnell bewusst, wie wichtig die rechtzeitige Vorbereitung und durchdachte Planung ist und nicht zuletzt eine positive und aktive Einstellung.

Theorie und Praxis

Im Anschluss an die Mittagspause wurden die Themen für die alternativen Arbeitsgruppen am Nachmittag vorgestellt. Frau Carmen Salinas bot den Teilnehmern praktische an, um zu lernen, richtig zu atmen und zu lachen für ein besseres Leben. Es wurden das Atmungssystem und die Atemwege vorgestellt und wie das Atmen das Wohlbefinden beeinflussen kann oder besonders bei älteren Menschen vorkommenden Schlafstörungen gegenwirken wirken kann.

Gleichzeitig leitete Daniel Gil eine Arbeitsgruppe, in der veranschaulicht wurde, wie mit Hilfe von Musik Schmerzen gelindert werden können. Hierzu stellte er den Anwesenden verschiedene Übungen vor.

In der dritten Arbeitsgruppe konnten die Teilnehmer mit Eufemio Cascón Konzentrations- Reaktions- und Koordinationsübungen für ältere Menschen lernen. Er betonte, dass die Übungen den Verlust von Fähigkeiten und die durch das Alter bedingten Einschränkungen zum Teil ausgleichen können. Im zweiten Teil dieser Arbeitsgruppe bot José Alberto Haro-Ibáñez Information über die Krankenversicherung und für Rentner wichtige Aspekte zur Sozialversicherung an.

Nach dem Abendessen wurde das Programm alternativ mit Seniorentanz oder Chorgesang fortgesetzt. Es bestand auch die Möglichkeit, für diejenigen die es wünschten, an der Feier der Eucharisitie teilzunehmen.

Der Tag endete mit einer interessanten Gesprächsrunde über den Klimawandel. Zur Runde wurde der in das Thema spezialisierter Ingenieur Alejandro Kilpatrick Trueba, Repräsentant der Vereinten Nationen in Tagungen und Konferenzen in der ganzen Welt, eingeladen.

Zum Abschluss Sozialpolitik und Kreativität

Am Sonntag konnten die Teilnehmer unter drei Arbeitsgruppen wählen. Die deutsche und spanische Pflegepolitik in Bezug auf ältere Menschen wurde von Carmen Salinas thematisiert. Es wurde das das soziale Problem der demographischen Alterung erörtert. Die Referentin wies darauf hin, dass viele ältere Menschen nicht alle möglichen Hilfen und ihre Rechte kennen.

Parallel fand eine Literaturwerkstatt unter der Leitung von Vicente Riesgo statt. Vor der Analyse und Interpretation des Märchens ¡Adiós, Cordera! von “Clarín” (Leopoldo Alas) wurden die Unterschiede zwischen einer Erzählung, einer Fabel, eines Romans und eines Märchens herausgearbeitet.

Gleichzeitig nahm Daniel Gil in einer weiteren Arbeitsgruppe unterschiedliche Übungen für die Entfaltung der Kreativität mit den Teilnehmer durch.

Vor der Abreise gab es eine Weile Entspannung und Ruhe für das Mittagessen. In der Abschlussrunde, bekamen die Teilnehmer Evaluationsbögen. Diese dienen den Organisatoren als Orientierung für zukünftige Seminare.

Freie Übersetzung ins Deutsche / Traducción libre al alemán  von Cristina Fernández

Ursprünglicher Text von Josfea Castro, publizert in La Región Internacional 23.06.2019