Seminar zum Thema “Mehrsprachigkeit und Bildungspolitik” 23.-24.06.2018 in Königswinter

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Seminar zum Thema “Mehrsprachigkeit und Bildungspolitik” 23.-24.06.2018 in Königswinter

Am 23. Und 24. Juni 2018 veranstaltete der Bund der Spanischen Elternvereine in der BRD e.V. (Confederación) im Rahmen des Strukturförderungsprojektes “Avanzamos plus” ein Seminar mit dem Untertitel „Von Bildungschancen bis zur Inklusion, Muttersprache und Fremdsprachen” statt. Es richtete sich an Multiplikatoren, Bildungsfachkräfte, Eltern, ehrenamtliche Mitarbeiter/innen von Vereinen und andere Interessierte aus ganz Deutschland.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Vorsitzenden des Bundes der Spanischen Elternvereine, Alfredo Sánchez Casado. Weitere einleitende Worte sprachen der Leiter des Schulausschusses, Óscar Vílchez Navarro und die Leiterin des Kulturausschusses, Carolina Santiago Solla.

Foto: Philpp Thiel

Umut Ali Öksüz (Interkulturelle Projekthelden e.V.)

Unmittelbar danach hielt Umut Ali Öksüz von Interkulturelle Projekthelden e.V. aus Neuss den ersten Vortrag im Rahmen der Veranstaltung. Sein Thema waren Bildungschancen mit dem Focus auf die Frage, was Fachkräfte anstoßen können, damit Kinder mit unterschiedlichen Biografien nicht durch das etablierte Schulsystem fallen.

Im Anschluss befasste sich Óscar Vílchez Navarro mit der Struktur des deutschen Schulsystems, das er bestens kennt, da er selbst seit vielen Jahren an einem Gymnasium unterrichtet.

Foto: Philipp Thiel

Laura Duarte Patiño (mittendrin e.V.)

Den Abschluss dieses Abends bildetet eine „Velada Literaria para la noche de San Juan“, ein literarischer Abend, den die Leiterin des Kulturausschusses Carolina Santiago Solla organisiert und der von der spanischen Künstlerin Pepa Martín gestaltet wurde. Es war ein stimmungsvoller Abend rund um ein großes, flackerndes Feuer mit vielen schönen, poetischen, heiteren, manchmal auch nachdenklichen Erzählungen der „Mariscadora de Cuentos“ Pepa Martín zur Feier der Johannisnacht. Der Abend endete mit einer Verlosung von Erzählbänden des Verlags TRAMUNTANA unter den Seminarteilnehmern.

Der nächste Vormittag behandelte zunächst das Thema „Inklusion in Deutschland: Eine Schule für Alle”. Laura Duarte Patiño von Mittendrin Köln e.V. (https://www.mittendrin-koeln.de) hat selbst einen Sohn mit Downsyndrom und berichtete auch über ihre eigenen, nicht immer ganz einfachen Erfahrungen.

Vicente Riesgo Alonso ist Vorsitzender der Weiterbildungsakademie Academia Española de Formación e.V. AEF (https://aef-bonn.de) und ehemaliger technischer Fachberater der Confederación. Er erläuterte „Die begleitende Rolle der Eltern während der Bildungslaufbahn“, die nicht zu unterschätzen ist, wie auch u.a. eine Studie belegt.

Denn wie die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene und vom Berlin-Institut durchgeführte Studie „Ungenutzte Potenziale – Zur Lage der Integration in Deutschland“(https://www.berlin-institut.org/publikationen/studien/ungenutzte-potenziale.html) feststellt, weisen die Nachkommen der aus Spanien stammenden ehemaligen Gastarbeiter ein deutlich höheres Bildungsniveau auf als aus anderen Regionen Zugewanderte. Insbesondere bei den Abiturienten (51%) sowie den Hochschulabsolventen (27%) erzielen die Spanier teilweise bessere Ergebnisse als die Einheimischen. Dies ist u.a. darauf zurückzuführen, dass die spanischen Kinder von Anfang an nicht in nationalen, sondern in Regelklassen unterrichtet wurden. Auch waren die Eltern spanischer Kinder die ersten, die sich in spanischen Elternverbänden zusammengeschlossen hab

en. Denn sie haben erkannt, dass ihren Kindern ohne zusätzliche Hilfe eine erfolgreiche Schullaufbahn verwehrt bleibt.

Foto: Philipp Thiel

Irune Arratíbel Irulegui Francisca Ferre Pérez

Der Nachmittag wurde eingeleitet durch Vorträge von Botschaftsrätin für Kultur und Bildung Irune Arratíbel Irulegui und Bildungsreferentin Francisca Ferre Pérez von der Botschaft von Spanien zum Thema Aufgaben der Bildungsabteilung“. Hierbei wiesen sie insbesondere auf den spanischen Kultur- und Sprachunterricht ALCE hin. Unterstützt wird dieser muttersprachliche Ergänzungsunterricht vom spanischen Kultusministerium MECD (Ministerio de Educación, Cultura y Deporte); sein Hauptanliegen ist der Erhalt der Verbindung der im Ausland lebenden Spanier zu ihren spanischen Wurzeln.

Natalia Ibeas Domínguez von der Organisation Punto de Encuentro Stuttgart e.V. befasste sich mit “Mehrsprachigkeit als Ressource. Das Erlernen der Muttersprache. Welche Rolle spielen Fremdsprachen an Schulen?“ Punto de Encuentro (www.punto-de-encuentro.net) ist seit kurzem auch Mitglied

Fotos: Philipp Thiel

der Confederación.

Alle Vorträge wurden von lebhaften Diskussionen und einer großen Bandbreite an Fragen und Vorschlägen seitens der Teilnehmer begleitet. Die Zusammenfassung der Ergebnisse spiegelte den regen Gedankenaustausch wieder.

An dieser vom BAMF geförderten Veranstaltung nahmen über 50 Teilnehmer aus mehreren Bundesländern statt, darunter Einzelpersonen und Vertreter von Organisationen. Diese rundum gelungene Veranstaltung führte zu einer engeren Vernetzung von Teilnehmern. Zwei weitere Vereine haben sich zu einer Mitgliedschaft in der Confederación entschieden: MaMis en Movimiento e.V. aus Berlin (www.mamisenmovimiento.de) und ENIE e.V. aus Bad Soden (https://www.enieespaniol.de).

2018-07-09T10:17:19+00:00 9 Juli 2018|Aktuelles, Allgemein|

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